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Presse

 

  Milliardeneinbußen durch Ladendiebe

Düsseldorf. Ladendiebe stehlen in der Bundesrepublik jährlich Waren in Wert von rund 2,1 Milliarden Euro. Diese Zahl veröffentlichten gestern Veranstalter der heute beginnenden Euroshop, der weltgrößten Messen für Handelsinvestitionen. Der durch den Mehrwertsteuerausfall durch Ladendiebstahl entstehende volkswirtschaftliche Schaden betrug laut Branche im Jahr rund 230 Millionen Euro. (ap)

(Quelle "Freien Presse" vom 19.02.2005)

  Verdeckte Videoüberwachung am Arbeitsplatz (28.3.2003)

BAG - Urteil vom 27.03.2003 - Arbeitsrecht

 

 
  Eine verdeckte Videoüberwachung am Arbeitsplatz ist zulässig, wenn ein hinreichend konkreter Verdacht besteht, dass ein Arbeitnehmer heimlich strafbare Handlungen begeht und dies nicht oder nur schwer mit anderen, das Persönlichkeitsrecht des Arbeitnehmers wahrenden Mitteln geklärt werden kann. Bei der Installation solcher technischer Einrichtungen, mit denen das Verhalten der Arbeitnehmer überwacht werden soll, hat der Betriebsrat ein Mitbestimmungsrecht gemäß § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG. Eine Kündigung eines Arbeitnehmers aufgrund der durch die Überwachung erlangten Erkenntnisse ist jedoch nicht bereits deswegen unwirksam, weil der Betriebsrat vor der Installation nicht beteiligt wurde, wenn der Betriebsrat der Kündigung in Kenntnis des durch die Überwachung gewonnenen Beweismittels zugestimmt hat.
     
  Pressemitteilung Nr. 27/03
     
  Außerordentliche Kündigung wegen des Verdachts der Unterschlagung - Zulässigkeit verdeckter Videoüberwachung
     
  Die Klägerin war seit 1994 in einem von der Beklagten betriebenen Getränkemarkt tätig. Nachdem die Ursache steigender Inventurdifferenzen nicht gefunden wurde, installierte die Beklagte im März und im September 2000 zwei verdeckte Videokameras im Kassen- und Leergutbereich, wo auch die Klägerin arbeitete. Aus Videoaufnahmen von mehreren Tagen im November 2000 gewann die Beklagten den dringenden Verdacht, die Klägerin habe Gelder unterschlagen. Zu diesem Verdacht hörte die Beklagte die Klägerin an. Nach Zustimmung des Betriebsrates, dem die Videoaufnahmen gezeigt wurden, kündigte die Beklagte das Arbeitsverhältnis fristlos, hilfsweise fristgerecht. Die Klägerin bestreitet, Gelder unterschlagen zu haben. Sie ist der Auffassung, die heimlich gemachten Videoaufnahmen dürften nicht als Beweismittel gegen sie verwendet werden. Außerdem sei der Betriebsrat vor der Installation der Kameras nicht beteiligt worden. Die Beklagte macht geltend, sie habe ihren Verdacht nur durch die mit Zustimmung des Betriebsrates erfolgte verdeckte Überwachung beweisen können. Das Arbeitsgericht hat die Videoaufnahmen in Augenschein genommen und die Klage abgewiesen. Das Landesarbeitsgericht hat die Berufung der Klägerin zurückgewiesen.

Die Revision der Klägerin hatte keinen Erfolg. Die heimliche Überwachung mit Videokameras stellt einen Eingriff in das durch Art. 2 Abs. 1 GG geschützte Persönlichkeitsrecht des Betroffenen dar. Beweise, die durch solche Eingriffe erlangt werden, können einem Verwertungsverbot unterliegen. Das Gericht darf ein solches Beweismittel nur dann berücksichtigen, wenn besondere Umstände, zB eine notwehrähnliche Lage, den Eingriff rechtfertigen. Dabei ist der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit zu wahren. Hier diente der Eingriff dem Beweis vermuteter, von der Klägerin heimlich begangener strafbarer Handlungen. Die Beklagte durfte die Klägerin deshalb mit Videokameras verdeckt überwachen, weil nach den Feststellungen der Vorinstanzen ein hinreichend konkreter Verdacht bestand, der nicht oder nur schwer mit anderen, das Persönlichkeitsrecht der Klägerin wahrenden Mitteln geklärt werden konnte. Die Kündigung ist auch nicht bereits deswegen unwirksam, weil, wie die Klägerin behauptet, der Betriebsrat vor der Installation nicht beteiligt wurde. Zwar hat der Betriebsrat ein Mitbestimmungsrecht bei der Installation technischer Einrichtungen, mit denen das Verhalten der Arbeitnehmer überwacht werden soll (§ 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG). Die - von der Beklagten bestrittene - Verletzung dieses Rechts führt hier aber schon deshalb nicht zu einem Verwertungsverbot im Kündigungsschutzprozeß, weil der Betriebsrat der Kündigung in Kenntnis des durch die Überwachung gewonnenen Beweismittels zugestimmt hat.
     
  Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 27. März 2003 - 2 AZR 51/02 -

Vorinstanz: Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein, Urteil vom 4. Dezember 2001 - 1 Sa 392 b/01 -
     
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